Usability Kongress 2012 Recap

Usability Kongress 2012 in Frankfurt

Der Usability Kongress fand nun mehr zum 5. Mal statt und genau wie letztes ja in dem schicken Le Méridien Parkhotel in Frankfurt. Die Referentenliste war mit 35 Personen sehr umfangreich, dementsprechend groß war die Anzahl der Vorträge. Der Großteil der Speaker war typischerweise aus der Agenturlandschaft, nur drei Vorträge waren von Kunden bzw. Unternehmen. Mehr „echte“ Case Studies aus der Praxis hätten die Veranstaltung sicherlich interessanter gemacht.  Aber auch so war der Kongress sehr spannend und informativ. So waren unter den Referenten auch einige Berühmtheiten aus der Online Branche wie z.B. Prof. Dr. Mario Fischer (www.), der mit seinem hervorragendem und amüsantem Initialvortrag „ev total – Tops of the Flops“ die Besucher überzeugte. André Morys fiel leider erkältungsbedingt aus – schade.

Ansonsten wurden auch diesmal die unterschiedlichen Facetten der Usability angesprochen, ohne wirklich tiefer in die Details zu gehen. Dafür sind zwei Tage einfach zu knapp bemessen bzw. die Anzahl der Vorträge zu hoch. Der Schwerpunkt lag auf den Themen Shopping Usability, Conversion Rate Optimierung und User Experience. Aber auch Bereiche wie Neuromarketing, UX-Methoden sowie die Verbindung von Usability und Emotion wurden mit eigenen Vorträgen bedacht.

 

Der Vortrag „Usability-Kreislauf: Das Zusammenspiel von Webtracking, Websitetesting und Usability bei der Shop(weiter)entwicklung“ von Annina Bahr gefiel mir besonders gut. Die OnSite Marketing Managerin von Eventim zeigte aus der Sicht des Unternehmens, mit welchen Fragen, Möglichkeiten aber auch Hindernissen man sich bei Optimierungsprozessen beschäftigen muss.

Eine sehr effektive und noch recht junge Usability-Methode, das Mouse-Tracking, wurde sehr spannend von Juliane Hartmann, m-pathy (seto GmbH), präsentiert. Dabei werden alle Mausbewegungen, Klicks, Scrollings und Tastatureingaben der echten Website-Besucher aufgezeichnet. Danach kann jeder einzelne Besucher-Sessions als Film abgespielt und Usability-Probleme oder Website-Fehler sichtbar gemacht werden. Die vorgeführten Videos von echten Besuchern waren auf jeden Fall sehr aufschlussreich.

Shop-Optimierung durch Crowd-Usability-Tests“ von Benjamin Uebel, Userlutions UG, stellte mit seinem Vortrag eine günstige Alternative zu klassischen Usability-Tests vor. Mit Crowd-Usability-Tests können Nutzertests zu einem Bruchteil der Kosten und des Zeitaufwandes einer klassischen Usability-Studie im Labor durchgeführt werden. Die 15-25 minütigen Videos mit allen Interaktionen und Sprachnotizen der Testperson sind in der Regel nach 24 Stunden verfügbar. Anhand von mehreren Video-Beispielen wurde das Thema sehr ausführlich an die Besucher herangetragen. Laut Herr Uebel braucht man bei beim Crowd-Testing etwa die 1,5-fache Anzahl an Teilnehmern wie bei der klassischen Variante, um eine ähnliche Aussagekraft zu bekommen. Auf jeden Fall sehr interessant und einen Test wert…

Das Highlight dieses Jahr war für mich eindeutig die Session „Weg von der Theorie, rein in den praktischen Nachweis konsumpsychologischer Erkenntnisse“ von der Web Arts AG, vorgetragen von Torsten Hubert. Die Möglichkeiten der Usability-Optimierung mit Hilfe von bekannten Erkenntnissen aus der Konsumpsychologie und der Neuromarketing wurden sehr unterhaltsam präsentiert. Die vielen interessanten Anwendungsbeispiele und diverse Testergebnisse sorgten für staunende Blicke.

 

Fazit:

Natürlich konnte ich nicht alle Vorträge besuchen, da die Sessions aufgeteilt in zwei Räume parallel liefen. Aber die, die ich besucht habe, gefielen mir bis auf einige wenige sehr gut. Viele der Referenten gingen (leider) nicht sehr tief in die Details ein und behandelten viele Themen nur oberflächlich. Hier wäre es sinnvoller gewesen, die Sessions für Einsteiger und Fortgeschrittene aufzuteilen. Und leider waren auch die Vorträge teilweise bekannt – vom letzten Jahr bzw. anderen Veranstaltungen wie der webinale 2012. Nichtsdestotrotz war es auch diesmal eine unterhaltsame Organisation mit ordentlicher Verpflegung und eine gute Gelegenheit, um sich über die aktuelle Trends und Themen im Bereich der Usability Optimierung auszutauschen. Neue Ideen oder Anregungen konnte ich dieses Jahr leider nicht mitnehmen…schade.

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