E-Commerce Dotcom Blase

Eine neue Generation von Unternehmen, die „New Economy“, läutete voller Euphorie Ende der Neunziger Jahre das elektronische Zeitalter ein. Die Begeisterung für das Internet und seine neuen Chancen war gewaltig. Viele neue Start-up-Unternehmen mit viel versprechenden Geschäftsideen schossen überall mit wehenden Fahnen aus dem Boden. Der Glaube an die Macht des Internets als idealer Distributionskanal  und die Finanzierbarkeit der auch so absurden Geschäftsmodelle durch Online-Werbung veranlassten Risikokapitalgeber und Banken zu Startgeldern für die neuen Internetfirmen in Millionenhöhe. Immer bessere Aktienkurse schienen das Internet als den perfekten Marktplatz zu bestätigen. Die neue Branche feierte sich selbst und sah sich als ernsthafte Konkurrenz für den traditionellen Handel. Doch aller Anfang ist schwer: Nach der anfänglichen Euphorie und großem Wachstum mehrten sich zu Beginn des Jahres 2000 erstmals die Kritiken an der Internet-Hype.

Die oft jugendlichen Unternehmensgründer mit kommerziell untragbaren Geschäftsmodellen, falsche Marktanalysen, Managementdefizite, Softwarefehler und das nüchterne Kaufverhalten der Kunden ließen vorerst die Träume platzen. Für immer mehr Online-Unternehmen blieb der kommerzielle Erfolg aus und die Kurse fingen an, in einem Rekordtempo zu fallen. Die beispielslose Pleitewelle verschluckte viele der hochgelobten Start-Up-Firmen und erzeugte weltweit große finanzielle Schäden. Der Traum vom schnellen Geld am neuen Handelsplatz war für viele ausgeträumt.

Dabei entspricht diese Entwicklung durchaus den typischen Ordnungen neuer Märkte: Der ersten euphorischen Wachstumsrate folgt ein Rückgang der Dynamik und die Konsolidierung des Marktes. In dieser Phase werden unprofitable Teilnehmer am Handelsplatz eliminiert. Gut zu beobachten ist diese Entwicklung der New Economy auch in der Grafik des Marktforschungsinstituts Gartner Group.

E-Commerce-Lenebszyklus

ecommerce-lebenszyklus

Diese finanzwirtschaftliche Krise bedeutete aber keinesfalls den Tod des E-Commerce.  Wie erwähnt, existieren die meisten der Pionierfirmen heute nicht mehr und auch nach der Krise endeten immer noch viele Internetfirmen im Ruin. „Das Internet ist ein schrecklicher Platz, um ein T-Shirt zu kaufen. Aber es wird besser werden, viel besser“ sagte einst Christopher Anderson, CEO Netscape. Verschiedene Marktforschungsinstitute prognostizieren einen Aufschwung im Online-Handel für die nächsten Jahre.

E-Commerce Umsatz in Deutschland prognostiziert bis 2013
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Diese Zeiten sind natürlich vorbei – inzwischen ist E-Commerce ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftswelt. So wird der Einzelhandel in Deutschland mit E-Commerce 33,1 Milliarden Euro erwirtschaften. Dies kommt einer Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleich.

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