Freelensing Anleitung

Freelensing ist eine relativ kostengünstige und einfache Möglichkeit, um einem normalen Objektiv die einzigartige Wirkung eines teuren Tilt-Shift-Objektiv zu erzeugen. Die Vorgehensweise steckt dabei schon im Namen – Freelensing bedeutet „Linsenentfesselung“. Dabei wird das Objektiv vom Body abgeschraubt und danach wieder an die Kamera angesetzt, ohne es wieder drauf zuschrauben. Beim Fotografieren wird nun hin und her geschwenkt – mit dem Effekt, dass sich die Schärfeebene verschiebt und somit Fotos mit sehr schönen Schärfeverläufen und Bokeh entstehen. Dabei können auch geniale Lichteffekte entstehen, wenn Licht auf den Sensor kommt.

Freelensing geeignete Kameras und Objetive

Der Kamera-Hack Freelensing funktioniert mit allen DSLR-Kameras von Canon, Nikon, Sony etc. Wichtiger ist das Objektiv: mit einigen sind die Ergebnisse besser, mit anderen etwas schlechter. Die besten Ergebnisse liefern Objektive, die eine große Glasfläche auf der Objektiv-Rückseite haben -wie zum Beispiel das Canon 50mm 1.4.

Freelensing Anleitung

Zuerst auf den manuellen Modus schalten und den Fokus auf unendlich stellen. Danach Kamera ausschalten, Objektiv abnehmen, an das Kamerabajonett halten (aber nicht mehr drauf geschraubt und wieder einschalten. Das losgelöste Objektiv wird um wenige Millimeter nach links, rechts, oben oder unten bewegt und dabei fotografiert.
Klingt erst einmal einfach, erfordert aber schon etwas Übung, bis die Bilder ansehnliche Tilf-Shift-Effekte haben und nicht nur Pixelmatsch sind. Das Fokussieren ist nämlich die größte Herausforderung.

Glücklicherweise kenne ich einige Fotografen persönlich, wie z.B. den Michael Sälzer (Werbefotograf Stuttgart). Mit seiner Hilfe konnte ich nach kurzer Zeit einige brauchbare Ergebnisse erzielen – für richtig gute Freelensing-Fotos brauche ich jedoch noch einige Übungen.

Tipp: Im Live View Modus ist es deutlich einfacher als durch den Sucher, nach ein wenig Übung hat man den Dreh raus. Bei seitlichem Lichteinfall auf den Sensor können auch noch sehr schöne Lichteffekte entstehen.

Ein kleiner Hinweis: Bei Freelensing kann es leicht passieren, dass Staub auf den Sensor gelangt. Besonders bei Wind und in staubiger Umgebung ist das also nicht empfehlenswert.

Hier noch ein Freelensing-Video-Tutorial zum Einsteigen:

Und viele Beispielfotos sind auf Flickr in der Freelensing-Gruppe zu finden – einige sind wirklich sehr gelungen.

Fazit:
Freelensing ist wirklich eine sehr schöne Methode, um seinen Fotos einen besonderen Effekt zu verleihen. Bis man jedoch die gewünschten Ergebnisse erzielt, kann es eine Weile dauern – also auch hier gilt: Übung macht den Meister.

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