Zahlungssysteme im Internet – Anforderungen der Nutzer

Der Erfolg von Bezahlsystemen im Online-Handel ist von bestimmten Faktoren abhängig, die aus der Sicht der Verbraucher erfüllt sein müssen. Die wichtigsten Grundkriterien sind im Einzelnen:

Hohe Sicherheit

Ein wichtiges Thema bei Geldangelegenheiten ist die Sicherheit. Vor allem im unsicher geltenden Internet müssen Bezahlsysteme ausreichenden Schutz bei der Übertragung von Zahlungsinformationen bieten und jeglichen Missbrauch soweit wie möglich ausschließen. Auch die vertrauliche Behandlung von Kundendaten hat eine hohe Priorität bei den Konsumenten. Dafür werden gewöhnlich die Transaktionsdaten mit Hilfe von unterschiedlichen Verschlüsselungsmechanismen abgesichert. Bei elektronischem Geld muss zusätzlich durch geeignete Maßnahmen die Fälschungssicherheit garantiert werden.

Hohe Akzeptanz

Von einem Zahlungssystem erwartet der Kunde, dass der Verwendungsbereich nicht eingeschränkt ist, d.h. die Bezahlmethode muss von einem ausreichend großen Händlerkreis angeboten werden. Je größer die Akzeptanz eines Zahlungssystems, desto attraktiver wird es für die Verbraucher. Diese Tatsache hat aber die bekannte „Henne-Ei-Problematik“ zur Folge: Händler bieten nur dann Zahlungsmethoden an, wenn sie davon überzeugt sind, dass die Methode von einer breiten Kundenmasse genutzt werden. Umgekehrt findet ein Bezahlsystem nur dann eine relevante Akzeptanz bei den Kunden, wenn es von einer relativ hohen Anzahl von Händler angeboten wird.

Niedrige Kosten

Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Kosten, die dem Benutzer durch die Verwendung der Zahlungsmethode entstehen. In erster Linie sind damit die Gebühren gemeint, die bei einer Transaktion anfallen. Die Höhe der Transaktionskosten muss dabei in einem akzeptablen Verhältnis zum Transaktionsvolumen stehen, da sich der Kunde sonst gegen eine Verwendung des Zahlungssystems entscheidet. Auch zusätzliche Kosten für etwaige Soft- und Hardware sind wichtige Einflussfaktoren für die Entscheidung der Verbraucher.

Bequemlichkeit

Für das Erreichen einer breiten Masse an potentiellen Benutzern sind eine einfache Handhabung sowie ein transparenter und merkbarer Ablauf der Zahlungsmethode unentbehrlich. Eine einfache Bedienung soll zudem eine korrekte Verwendung und eine stetige Kontrollmöglichkeit der Zahlungsvorgänge bieten. Die Bequemlichkeit einer Zahlungsmethode wird z.B. bei jedem Bestellvorgang erforderliche Eingabe von Daten (PINs, TANs etc.), eingeschränkt.  Bei elektronischen Zahlungsverfahren sollten zudem keine besonderen Fachkenntnisse oder Software für den Betrieb vorausgesetzt werden.

Nachvollziehbarkeit / Verbindlichkeit

Bei Zahlungsmethoden erwartet der Kunde einen entsprechenden Nachweis über getätigte Bezahlungen, beispielsweise für mögliche Reklamationen. Die Verbindlichkeit eines Zahlungsvorgangs muss also gewährleistet sein. Das bedeutet: Der Kunde will nachweisen können, dass eine Zahlung tatsächlich stattgefunden hat.

Anonymität

Anonymität hat die bemerkenswerte Eigenschaft, dass eine handelnde Person mit ihrer Handlung nicht in Verbindung gebracht werden kann. Bei Barzahlungen in der Offline-Welt kann ein Händler normalerweise bei der späteren Abrechnung keine Verbindung herstellen zwischen einer verkauften Ware, dem Bargeld und dem Käufer. Die Anforderung der Vertraulichkeit bedeutet eine Abkopplung der Zahlungsabwicklung von der Kaufabwicklung, d.h. keine direkte Zuordnung das bei einer Bezahlung verwendeten Geldes zu einer Person. Weder muss der Händler wissen, von welchem Konto das Geld kommt, noch muss die Bank wissen, was der Kunde kauft. Anonyme Zahlungsvorgänge sollen also eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Kunden angemessen schützen.

Fazit

Die Untersuchungen unterschiedlicher Marktforscher zeigen, dass Sicherheit und Komfort eine große Rolle bei der Entscheidung der Verbraucher spielen. Dieses starke Sicherheitsdenken, besonders bei finanziellen Transaktionen, ist leicht nachvollziehbar, weil bei einer breiten Masse an Verbrauchern das Internet immer noch als ein unsicheres Medium gilt. Ein Grund dafür ist sicherlich auch die ständige Bedrohung durch Viren und Trojaner im Internet. Für mehr Sicherheit im E-Commerce würden die meisten Kunden sogar zusätzlichen Aufwand nicht scheuen, wie es eine Studie der Universität Karlsruhe zeigt. Demnach würde die Mehrheit der Online-Kunden für mehr Sicherheit beim Bezahlvorgang die Installation einer zusätzlichen Software, längere Wartezeiten und die Anmeldung bei einer Vertrauensstelle in Erwägung ziehen. Das ideale Online-Bezahlverfahren sieht aus Kundensicht so aus: Es bietet Sicherheit, ist einfach zu bedienen, erfordert keine Anmeldung, Softwareinstallation oder gar zusätzliche Hardware, erlaubt anonyme Zahlungen, kostet nichts und macht die getätigten Umsätze gut nachvollziehbar.

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Ein Kommentar

  1. Hallo,

    In der Vergangenheit hatte ich kein Vertrauen und ich wollte einfach nicht im Internet Zahlen aber ich musste die online Zahlungslösung wegen des Arbeits versuchen und jetzt zahle ich nur mit online Zahlungssysteme. Wie beschrieben in der Artikel haben mich die Sicherheit, die niedriegen Kosten und die Bequemlichkeit überzeugt. Gute Artikel.

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