Zahlungssysteme im Internet – Anforderungen der Händler

Auch die Online-Shops und Händler stellen wichtige Anforderungen an Bezahlverfahren bei elektronischen Zahlungssystemen.

Datensicherheit

Sicherheit während dem Zahlvorgang ist für die Online-Händler genau so essentiell wie für ihre Kunden. Die eingesetzten Sicherheitsmechanismen sollen zuverlässig die sensitiven Daten und die Kommunikation der Vertragspartner vor den Einblicken Dritter schützen. Informationen über die Identität der Transaktionsteilnehmer, das Produkt und den Preis dürfen also ausschließlich den Beteiligten bekannt sein. Jedoch besteht unabhängig vom eigentlichen Bezahlvorgang ein weiteres Sicherheitsproblem in Bezug auf die übermittelten Kundendaten auf den Rechnern des Händlers. Ein Hacker-Angriff auf diese Server mit den Informationen zahlreicher Kunden ist in seiner Durchführung einfacher und dadurch ein weitaus kritischeres Problem. Eine Möglichkeit zur Umgehung dieses Problems besteht darin, dass der Händler durch bestimmte Sicherheitsvorkehrungen die sensiblen Kundendaten erst gar nicht zu Gesicht bekommt. Schließlich bedeutet die Erhöhung der Datensicherheit auch eine Minimierung von Zahlungsausfällen etwa durch den Missbrauch von Kreditkarteninformationen.

Zahlungssicherheit

Die Minimierung von Zahlungsausfällen hat für die Online-Händler eine sehr große Bedeutung. Ausfallende Zahlungen können auf zwei Wegen herbeigeführt werden: Entweder durch Verweigerung der Zahlung durch den Besteller oder durch den Missbrauch von Daten durch Dritte wie etwa bei ausspionierten Kreditkarteninformationen. Im Online-Geschäft ist dabei die schlechte Zahlungsmoral der Käufer in Form von ungedeckten Konten, falschen Kontonummern oder nicht bezahlten Rechnungen weitaus häufiger anzutreffen als Datenmanipulation durch Dritte. Die Wahrscheinlichkeit des Missbrauches der Abrechnungsdaten durch Unberechtigte kann mittels erhöhter Sicherheitsmaßnahmen reduziert werden. Auch für die Minimierung des Ausfallrisikos durch fehlenden Zahlungswillen oder Zahlungsunfähigkeit der Kunden hat der Händler mehr oder weniger effektive Möglichkeiten. So kann ein Online-Shop bereits mit der Auswahl der Bezahlmethode für seine Leistung das Zahlungsausfallrisiko verringern. Kein Zahlungsrisiko trägt der Anbieter z.B. bei Pre-Paid-Systemen  oder der althergebrachten Bezahlung per Vorkasse. Weiterhin stellt sich die Bonitätsprüfung des Kunden als ein wirksames Vorgehen heraus. Diese Überprüfung wird entweder durch den Händler selbst oder mit Hilfe von Dienstleistern durchgeführt. Die Auslagerung des Zahlungsverkehr sowie der Bonitätskontrolle an externe Institute ist ebenfalls eine häufig durchgeführte Maßnahme. In der Praxis ist teilweise auch zu beobachten, dass den Unternehmern die Forderungen gegen Kunden von Dienstleistern abgekauft und auf eigenes Risiko eingetrieben werden.

Nichtabstreitbarkeit

Für eine Transaktion ist es von sehr großer Wichtigkeit, dass sie keiner der Mitwirkenden abstreiten kann. Die beteiligten Parteien müssen sich der Geltung und Verbindlichkeit des getätigten Geschäftes sicher sein können. Gewöhnlich ist bei wirksamen Willenserklärungen eine Nichtabstreitbarkeit und Geltung gegeben. Aber die Behauptung eines Kunden, dass z.B. seine Kreditkarte von einem Unbefugten missbräuchlich verwendet worden sei, ist in der Praxis nur schwer zu widerlegen. Die Abstreitbarkeit einer Bestellung über ein Zahlungssystem vollständig auszuschließen ist in vielen Fällen nur schwer realisierbar. Wobei Bezahlsysteme basierend auf Telefonrechnungen diese Anforderungen noch am ehesten erfüllen. Am besten jedoch kann ein Händler ein Abstreiten verhindern, indem er für die Abwicklung des Bezahlvorgangs ein Vorkasse-System einsetzt. Jedoch sind Pre-Paid-Systeme, wie aus den vorherigen Abbildungen ersichtlich, bei den Kunden nicht besonders beliebt. Zur Gewährleistung der Verbindlichkeit stellt die Authentifizierung der Teilnehmer ebenfalls eine große Rolle.

Hohe Akzeptanz

Genau wie die meisten Kunden erwarten auch die Händler von einem Zahlungssystem einen hohen Verbreitungsgrad. Aber wie bereits angesprochen besteht vor allem im Bezug auf neue Methoden die typische Henne-Ei-Problematik: Für Händler werden innovative Systeme erst dann attraktiv, wenn sie von einer großen Anzahl von Kunden genutzt werden und so die Möglichkeit bieten, entstehende Kosten (etwa für Installation, Betrieb etc.) zu amortisieren. Umgekehrt erwarten die Verbraucher eine Verbreitung des Systems bei den Anbietern. Die Lösung dieses Problems ist aber in erster Linie die Aufgabe der Unternehmen bzw. der Anbieter von Zahlungssystemen. Sie müssen die Käufer davon überzeugen, etwa durch strategische Partnerschaften oder offensive Werbeaktionen, die neuen Möglichkeiten des Bezahlens zu nutzen.

Fazit

Aus Händlersicht steht die Minimierung der Zahlungsausfälle bei den Anforderungen an ein Zahlungsverkehrsprodukt an erster Stelle. Fast genauso wichtig werden die Systemsicherheit gegen Missbrauch und eine hohe Verbreitung der Zahlungsmethode bei den Kunden angesehen. Auch stellen die Höhe der Kosten und die Schnelligkeit des Bezahlvorgangs bedeutende Aspekte dar.

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