facebook Internet Browser

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Jetzt offiziell – Der Facebook Browser

Wie von Experten erwartet, basiert der Facebook Browser auf dem Internet Explorer von Microsoft. Nach der sehr erfolgreichen Zusammenarbeit der beiden Internet-Riesen im Bereich „soziale“ Suche kommt jetzt also der nächste große Coup. Die Kooperation von Facebook und Microsoft wird für Google immer gefährlicher – der Kampf um das Online-Checkin, also die Startseite im Internet, und den Nutzer-Daten geht somit in eine neue Runde. Viele amerikanische Kollegen sehen jetzt schon das Ende der Google-Ära.

 

Funktionen – das kann der Facebook Browser (mehr)!

Natürlich ist Facebook die Startseite – in der aktuellen Beta-Version lässt sich leider auch keine andere Startseite festlegen. Das dürfte viele Nutzer verärgern, sollte das auch noch in der finalen Version der Fall sein. Das Besondere an dem Facebook Browser ist die ständige Verbindung zum Profil und Sichtbarkeit der wichtigsten Facebook Funktionen. Voraussetzung für den vollen Funktionsumfang ist die Verknüpfung des Browser mit dem persönlichen Facebook-Konto. Nachdem Login werden alle Facebook-Kontakte auf der linken Seite mit den Profilfotos angezeigt – inklusive einer Suchfunktion sowie direkter Möglichkeit zum Chatten, Mail-Versand oder Schreiben einer Nachricht auf die Pinnwand.

Der komplette Facebook-Newsfeed läuft in voller Pracht auf der rechten Seite – alle Updates werden in Echtzeit geladen. Auch Nachrichten erscheinen direkt im Browser – hier lassen sich laut Facebook verschiedene Darstellungsformen auswählen.

Dass Bilder und Fotos enorm wichtig sind, zeigt nicht nur die aktuelle Änderung des Newsfeeds (wird zeitnah auch in Deutschland ausgerollt), in der die Bilder deutlich prominenter angezeigt werden. Mit dem Facebook Browser lassen sich Bilder und Videos einfach per Mausklick auf Facebook veröffentlichen  – copy & paste der URLs sind somit passé!

Das Ganze läuft erfreulich schnell und hat nahezu keine Auswirkungen auf die Ladegeschwindigkeit der besuchten Webseiten. Probleme gibt es nur mit der Darstellung der Seiteninhalte, wenn man keine hohe Auflösung nutzt. Auf meinem Monitor mit 1.920 x 1.080 war das aber kein Problem.

Auch die Adressleiste wurde sinnvollerweise um die Social Plugins (Like, Share, Send) erweitert – so ist rechts neben dem URL-Feld Buttons zum Liken, Teilen und Senden platziert. So lassen sich besuchte Seiten sehr einfach und schnell auf Facebook veröffentlichen oder an die Kontakte schicken. Zudem werden alle Browser-Einstellungen, Favoriten etc. zentral gespeichert, so dass man nach dem Login auf unterschiedlichen Rechnern in gewohnter Umgebung surfen kann.

 

Manko für Seitenbetreiber – Kommentare und Bewertungen  

Alle mit dem Facebook Browser besuchten Seiten können per „Facebook Comments“ kommentiert oder mit der neuen Funktion „Facebook Ratings“ bewertet werden – die Kommentare und Bewertungen werden dabei zentral auf Facebook Servern gespeichert. Was nach einem Vorteil für die Nutzer aussieht, ist für Webmaster ein ernsthaftes Problem. Erstens haben sie keine Kontrolle mehr über die Kommentare und können demzufolge nicht angemessen reagieren. Zweitens gehört somit der User-Generated-Content komplett Facebook – besonders aus SEO-Sicht ein absolutes No-Go! Das gleiche gilt auch für Bewertungen  – hier bin ich gespannt, wie die Webseitenbetreiber reagieren werden.

 

Soziale Suche – Jetzt erst recht!

Die Internet-Suche geht natürlich auf Bing – eine Änderung auf Google ist derzeit nicht möglich. In Deutschland wird das sicherlich nicht unproblematisch bzw. mit der finalen Version wird das Festlegen einer anderen Suchmaschine sicherlich möglich sein. Die Suchergebnisse sind dabei Nutzer-abhängig, d.h. die Ergebnisse haben eine Relevanz zum eigenen Surf- und Nutzerverhalten. Auf Wunsch kann jedoch auch eine neutrale Suchergebnisanzeige aktiviert werden – jedoch ist diese Option ziemlich versteckt.

 

Der Erfolg ist sicher- 1,5 Milliarden Dollar Werbebudget

Um die Nutzerzahlen des neues Facebook Browsers in kurzer Zeit zu erhöhen, hat Facebook ein Marketingbudget von 1,5 Milliarden Dollar (als Vergleich: Microsoft hatte ein ähnlich hohes Budget für Windows 8 Werbung). Ein Großteil des Budgets soll dabei direkt an die Nutzer fließen – das bedeutet: Alle, die den Facebook Browser installieren und mindestens 30 Tage nutzen, bekommen von Facebook Rabatt-Gutscheine für bekannte Online-Shops. Dabei gibt es unterschiedliche Gutscheine von 150 $ bis 300 $ – abhängig von Anzahl der Facebook Kontakte!

Der Erfolg ist dem Facebook Browser eigentlich sicher, da es Millionen Facebook-Usern gibt, die mehrere Stunden in Facebook verbringen und durch eine nahtlose Integration in den Internet Browser einen großen Vorteil haben. Angelockt von den Rabatt-Gutscheinen dürften auch viele Unentschlossene den Facebook Browser installieren.

 

Fluch oder Segen?

Der größte Nachteil für den Nutzer ist natürlich, das Facebook und Microsoft durch die Verschmelzung von Social Network und Internet Browser eine detaillierte Protokollierung des Surfverhaltens inklusive Verknüpfung der persönlichen Präferenzen aufzeichnen. Somit wird der Nutzer endgültig gläsern und ist den personalisierten Werbeanzeigen komplett ausgesetzt. Das muss aber jeder für sich entscheiden – ich werde jedoch weiterhin den Firefox nutzen. Und Ihr??

 

APRIL, APRIL! Das war ein kleiner Aprilscherz von mir;-)

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Ein Kommentar

  1. Sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel.
    Ich frage mich, wohin die Reise gehen wird.
    Hat eigentlich in der heutigen Zeit noch jemand eine Chance, der nicht bei den ganz großen mitspielt?

    LG
    Henning

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