Vorsicht Affiliate-Betrug: Der England-Trick

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Affiliate-Betrug – Mehrere Millionen Euro Schaden pro Jahr

Affiliate Marketing – eigentlich ein sehr Performance-basierter und ehrlicher Marketingkanal und ein No-Brainer in einem ausgewogenen Online Marketing-Mix. Eigentlich absolut risikofrei für den Merchant (also dem Werbetreibenden) – denn die Partner-Website wird nur im Falle einer Transaktion (Lead oder Sale) vergütet. Ja eigentlich, wären da nicht die schwarzen Schafe unter den Affiliates. Die Brand-Bidder und Ad-Hijacker, die durch betrügerische Aktivitäten und Markenmissbrauch alleine in Deutschland den Markeninhabern  Schäden in Höhe von zweistelligen Millionenbeträgen zufügen.

Es gibt zwar einige Tipps gegen Affiliate-Betrug, jedoch schaffen es die kriminellen Affiliates immer wieder durch ausgeklügelte Maßnahmen die Brand-Protection-Versuche der Markeninhaber zu umgehen.

Affiliate Betrug „England-Trick“

Im Affiliate Marketing bedienen sich die Ad-Hijacker zahlreicher illegaler Aktivitäten. Besonders schwer auszumachen von den Merchants ist das dabei der sogenannte „England-Trick“. Leider hat das Brand-Protection-System von Google sehr viele Schlupflöcher. So verfolgt Google nicht in jedem Land den Markenmissbrauch, auch in England nicht. Und genau die Lücke machen sich die Affiliates mit dem England-Trick zunutze.

Bei diesem Trick legt der betrügerische Affiliate eine neue Kampagne in Google AdWords an und wählt als Land „England“ aus. Bei den Spracheinstellungen jedoch wird als Sprache „Deutsch“ ausgewählt, also die eigentliche Zielgruppe. Jetzt kommt das raffinierte Detail: der Affiliate setzt als Stadt beispielweise „Ramsgate“ im Südosten Englands und legt einen Radius von 800 Kilometer (das Maximum in Google…) um die gewählte Stadt. Durch diesen Trick sind nun große Teile Deutschlands von der Google-AdWords-Kampagne erfasst, d.h. das Brand-Protection wird ausgehebelt und die Brand-Bidding-Anzeigen werden in Deutschland ausgeliefert.

Besonders dreist ist, dass die betrügerischen Affiliates 1:1 Kopien der originalen Anzeigen des Markeninhabers erstellen und die Klickpreise um wenige Cents überbieten. Denn wenn für Google zwei gleiche Anzeigen existieren, wird die mit dem höheren Bietpreis ausgeliefert. Somit wird die eigentliche Anzeige des Merchants durch die Anzeige des Affiliates ersetzt.

Über URL-Maskierung und Redirects leitet die Anzeige des Betrügers den ahnungslosen Suchenden direkt auf die Webseite des Markeninhabers und der Affiliate kassiert bei einer Transaktion der Conversion-starken Markenbegriffe unberechtigterweise eine Provision.

Kombiniert wird der England-Trick in vielen Fällen zusätzlichen mit anderen Tricks wird z.B. Geotargeting: So werden gezielt die Städte von der Anzeigenauslieferung ausgeschlossen, wo sich Büros und Agenturen der Merchants befinden.

Diesen Betrug aufzudecken ist leider nicht sehr einfach. Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen hier einige Hinweise und Tipps zur Verfügung stellen, mit denen man überprüfen kann, ob man Opfer dieses Affiliate-Betruges ist.

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